Pyramidenbau mit Windkraft ?


Im Weser Kurier vom 30. Juni 2001 stand folgende Artikel:


US-Wissenschaftler suchen Beweise für ihre These / Drachen richtete Obelisken auf

(ap) Kalifornische Wissenschaftler haben mit Hilfe eines Drachens einen 3100 Kilo schweren Obelisken aufgerichtet. Sie erhoffen sich von ihren Experiment Aufschluss über die Baukunst der Ägypter. Es dauerte weniger als fünf Minuten, bis ein zum Drachen umgearbeiteter Fallschirm das Steinmonument in der Mojavewüste angehoben hatte. Die Leiterin des Projekts, Maureen Clemmons, sagte, die Ägypter hätten vermutlich beim Bau der Pyramiden ebenfalls der Kraft des Windes vertraut.

"Es ist viel leichter, den Obelisken mit dem Wind anzuheben, als ihn zu schieben oder zu ziehen ",erklärte sie. Zwei Leute waren nötig, um den neun Meter langen Drachen zu führen, der bei einer Windgeschwindigkeit von 25 Kilometer in der Stunde eine enorme Zugkraft entwickelte. Clemmons erklärte, ein Bericht über die Wikinger habe sie auf die Idee gebracht, dass die Ägypter ` vielleicht mit Windkraft die bis zu 2250 Kilogramm schweren Felsbrocken für die Pyramiden bewegt hätten. Die Wikinger fuhren ihre Schiffe mit Hilfe des Windes über Baumstämme an Land.

1999 stellte Clemmons ihre Idee dem kalifornischen Technologie-Institut vor, wo eine kleine Gruppe von Wissenschaftler das Projekt als Herausforderung an die Ingenieurskunst annahm. Clemmons begann ihre Experimente mit einem Kinderdrachen und einer 30 Zentimeter großen Steinsäule; die Wissenschaftler wollen in der Zukunft einen 9000 Kilogramm schweren Obelisken auf richten. Ägyptologen zweifeln jedoch an Clemmons Theorie. Experten des Metropolitan Museum of Art in New York erklärten, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Ägypter die Pyramiden mit Hilfe von Drachen gebaut hätten. Clemmons beruft sich dagegen auf alte Zeichnungen und Reliefs, die beweisen, dass die Ägypter Drachen kannten.

Unterdessen richteten Archäologen einen echten Obelisken im israelischen Badeort Caesarea vor wenigen Tagen mit moderner Technik wieder zu seiner vollen Größe auf. Er hatte schätzungsweise tausend Jahre in Stücke zerbrochen im Staub gelegen. Der 100 Tonnen schwere und zwölf Meter hohe Steinkoloss stand einst in der Mittelachse des römischen Hyppodroms (Pferderennbahn) der damaligen Hafenstadt. Der Obelisk war vermutlich in der Zeit zwischen der arabischen Eroberung Palästinas im Jahre 638 und dem 13. Jahrhundert umgestürzt und zerbrochen. Jetzt wurde er restauriert und mit Titanstiften und Spezialkleber zusammengefügt. Fehlende Stücke wurden durch Beton ersetzt.