Papierdrachen und Gefängnis


Die mir bisher bekannte älteste Nachricht von 1665 über den Papierdrachen in Deutschland

Neben den Vorschriften zur Heilighaltung des Sonntags hat man in unruhigen und kriegerischen Zeiten 1665 alle öffentlichen Vergnügungen in Frankfurt a.M. stark eingeschränkt oder gar verboten.
Die Ordnung von 1664 steht unverkennbar unter dem Einfluß der Türkenkriege, auf die sie auch ausführlich Bezug nimmt; allein auch spätere Bestimmungen haben keine Abschwächung, sondern sogar eine Verschärfung mit sich gebracht. Selbst gegen die unschuldigsten Vergnügen der Kinder ist man eingeschritten.Eine Verordnung vom 24. August 1665 wettert gegen den großen Mutwillen der undisziplinierten und verwegenen Jugend, insbesondere gegen das Vogelschießen, das Steigenlassen von Papierdrachen, das Baden im Main, sowie das Schleifen und Schneeballwerfen im Winter. Zur Verhinderung dieser " Bosheiten " wurden besondere Aufpasser (Observatores) bestellt. Kinder, die sich widerspenstig zeigten und trotz des Verbotes nicht von ihren mutwilligen Spielen und dergl. ließen, sollten von den Aufpassern mit Karbatschen abgestraft und, falls dies nicht helfen sollte, ins Hospitalgefängnis bei Wasser und Brot eingesperrt werden.